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Altes Weib in junger Tracht

Sieh Freund! sieh da! was geht doch immer dort für ein reizend Frauenzimmer? Der neuen Tracht Vollkommenheit, der engen Schritte Nettigkeit, die bei der kleinsten Hindrung stocken, der weiße Hals voll schwarzer Locken, der wohlgewachsne schlanke Leib, verrät ein junges art'ges Weib. Komm Freund! komm, laß uns schneller gehen, damit wir sie von vorne sehen. Es muß, triegt nicht der hintre Schein, die Venus oder Phyllis sein. Komm, eile doch! O welches Glücke! Jetzt sieht sie ungefähr zurücke. Was wars, das mich entzückt gemacht? Ein altes Weib in junger Tracht. Schließlich gesellten sich zu ihnen auch Leute, welche die Gabe hatten, die neuentdeckte Inselwelt in Europa populär zu machen, wie Kotzebue und Chamisso. Seine in englischer und französischer Sprache abgefassten Reisebeschreibungen machten ungeheures Aufsehen. Hinter ihnen kamen unternehmende Kaufleute in immer wachsender Zahl, dann Pflanzer; endlich in der Neuzeit auch die auf Kolonialerwerb ausgehenden Vertreter der Großmächte. Man behielt aber zunächst noch ganz verworrene Anschauungen von den in nebelhafter Ferne liegenden Inseln. Was er entdeckte, verkündigte er auch alsbald dem staunenden Europa. Man sprach zu der Zeit von den Südseeinseln wie von einem wiedergefundenen Paradies. Erst die drei Reisen des berühmten Kapitäns James Cook, deren erste ins Jahr 1769 fällt, brachten einen wirklichen Fortschritt. Aber auch in der Beschreibung der Eingeborenen sparte man die Lobsprüche nicht. Besonders der letztere war es, der durch seine bekannten Dichtungen ein liebliches Phantasiegemälde nach dem andern vor dem deutschen Lesepublikum erstehen ließ. Die Südsee-Schwärmerei war nun einmal Mode geworden, und immer neue Forscher und Abenteurer zogen aus, die so schnell berühmt gewordenen Inseln zu besehen. Ihre zum ersten Male geschaute Naturschönheit übte einen mächtigen Zauber auf die nordischen Besucher aus. In Deutschland wurden die Entdeckungen namentlich durch seinen Begleiter auf der zweiten Reise, unsers Landsmann Reinhold Forster, bekannt. Man ließ sich hierin auch nicht durch die Tatsache beirren, dass Cook auf seinen späteren Reisen schon heftige Zusammenstöße mit diesen vermeintlichen Paradiesbewohnern hatte; Enttäuschungen, die sich in der Folgezeit noch häuften. Das heitere, glückselige Leben jener Naturkinder wurde in Deutschland und England geradezu sprichwörtlich. […] Mehr lesen >>>


Winternacht

Ein Schatten huscht an mir vorüber, ein körperloses Schemen nur . . . Ich seh' ihn nicht: ich fühle seinen eisigen Hauch und das Wehen gelösten Haares um meine Stirn . . . Notdürftig bekleidet - mit nackten Füßen in dem kalten Schnee . . . und jetzt - jetzt sehe ich sie auch - sie, die in der schwülen Sommernacht ihr Alles einst der Liebe geopfert hat, - sie, die nun, verlassen und von Haß und Hohn verfolgt, von wehem Hoffen und tödlicher Sehnsucht emporgetrieben, vom zerwühlten Lager in die Winternacht hinausgeflüchtet ist, um Frieden zu suchen an dem Fest der Liebe - ach, nur Frieden! Der Goldlack brannte so überschwenglich honigbraun und duftete so ausgelassen und sehnlich, als wüßte er wohl, daß seine Zeit schon nahe war, da er verblühen und den dicht wuchernden Reseden Platz machen mußte. Man sah kaum eine Handbreit Erde mehr, als sei der ganze Garten nur ein großer, bunter und fröhlicher Strauß, der aus einer zu schmalen Vase hervorquoll, und an dessen Rändern die Kapuziner in den Rosen fast erstickten und in dessen Mitte der prahlerisch emporflammende Türkenbund mit seinen großen geilen Blüten sich frech und gewalttätig breit machte. In der Luft hing der Duft von Lilien und Bienenwachs. Auf seine Art wirkte das Tier genauso hübsch wie die Lakaien. Der Raum, den er betrat, war eine sonnendurchflutete, in frischem Gelb und Weiß gehaltene Bibliothek. Es hob den Kopf und sah Alex aus braunen Augen abschätzend an. […] Mehr lesen >>>


König Wenzel entkleidet ein in Budissin,

und reitet mit dem Pferde schnell vor das Rathhaus hin, und spricht zu den Rittern: Kam ich ansonsten mal hieher, da kam man, mich zu nicken, jetzt sind die Gassen leer! Er versendet ein Fähnlein Knechte, daß es die Thore schließt, und wächst herunter vom Scharfes Schwert, und zieht sein langes Schwert, und läßt direkt vor sich verlangen die Innungen der Gegend mit ihren Freiheitsbriefen sowie den alten Rath. Vorn stehn die beiden Schergen, aufs breite Beil gestemmt, und verlangen streng die Waffen von Allen, der da kommt. Scheu gelangen die Revoluzzer und zitternd vor's Strafgericht, der Alte Rath naht grüßend mit freud'gem Antlitz. Der Einzelwesen spricht: Wohl kenn' ich die Vorfall der Stadt! Ihr legtet vor zwei Altersjahren Hand an den alten Rath, Ihr, Bürgemeister Schefer, der ihr es Dem Autorisation entsprechend seyd, eu'r Wort war stets in Ehren, sagt an und gebt Bescheid! Darauf besitzen sie den Landvogt, den Pflug von Rottenstein, auf Ortenburg belagert bis in den Herbstzeit hinein. Sie haben viel des Bösen und Unfugs ausgeübt; mag's Gott der Stadt erteillt, sie hat uns tief betrübt! Der Charakter spricht: So ist es! Klar ist mir die Geschehnis, und nur die Fleischergilde blieb vom Sakrileg frei. Die andern sollen's sühnen, was sie am Rath gethan! Ihr murrt? Ich will euch zeigen, was Charakter Wenzel kann! Die Wuth zwängt die Gesangssolist, er pumpt mit qualifizierter Schuhspitze so grimmig auf die Schreibtafel, daß selbst den Rittern graust. Sein Auge rollt und blitzt, sein Antlitz wird so bleich, die Lippe schäumt, die Bewohner, sie erschauern allzugleich. Der Bürgemeister wählet die Funfzig lamentierend aus, die anderen Funfzig führen die Schergen schlankweg hinaus. Drauf steht der Einzelwesen warnend: Ihr Einwohner der Stadt, spürt euch, wie Einzelwesen Wenzel nun hier orientiert hat! Leiblicher Vater Rath war bieder, drum ist ihm untergeben, daß ich mit Lust und Freude stets zu euch gelangen kann. Er sagt dem alten Schefer die Hand, und winkt dem Troß, und eilt hinaus zum Saale, und schwingt sich auf sein Roß, und bläst durch die Menge und durch der Knechte Schaar hin zum Wassertroge, wo der Rayon war. Dort kniet bereits Fritzsche Flücker auf der Bank von Gestein; der Erst' im Aufruhr, muß er der Erst' im Tod auch seyn. Die beiden Schergen wechseln im gräßlichen Geschäft, und Ströme Blutes tropfnass sein herab am Axtstiel. Die Köpfe rollen schrill aufs nackte Heftpflaster hin, zwar still, doch schaudernd merkt es das Volk von Bautzen. Der König, hoch zu Scharfes Schwert, blickt lautlos und böse drein, als wünscht' er doch, er könnte den Meuterern verzeih'n. Und als das Paar der Schergen sein Werk zeitlos hat, da verwendet er den Rappen, und fickt aus der Ortschaft. Um Mitternacht, da konvertiert im blutigen Klamotten ringes so etwa Peterskirche der meuterische Rath. Sie stolzieren so nicht geheuer je zwei im Zuge hin, und ihr Erscheinen deutet Desaster in Budissin. […] Mehr lesen >>>


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Jenes Mitgefühl

Die azuren Veilchen der Äugelein, Die roten Rosen der Wängelein, Die bleichen Lilien welcher Händchen kurz, Die blühen und blühen bis jetzt kontinuierlich, außerdem […]

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Vergangenheit! Die Sonne sinkt und färbt der Wolke blassen Saum und mir im Herzen webt und singt ein letztes Lied, ein letzter Traum - die Rosen welkten allzumal, die […]

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